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Silvia Siemes

Plastiken - Silvia Siemes

Silvia Siemes
Biografie

1960 in Freiburg geboren


1983-87 Studium an der Staatl. Porzellanfachschule Selb, Ausbildung zur Kerammodelleurin und Formentwerferin 

1987-95 Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Künste Bremen, bei Vehring, Otto, Altenstein 

1995-96 Meisterschülerin bei Prof. B. Altenstein 
 
2010 "Intonation", Symposium, Deidesheim

2004-07 Atelierstipendium des Landkreises Esslingen 
2006 Arbeitsstipendium, Zukunftswerkstatt Mariposa, Teneriffa
2003 1. Keramiksymposium, Gmunden, Österreich 

2006 Arbeitsstipendium, Zukunftswerkstatt Mariposa, Teneriffa
2004-07 Atelierstipendium des Landkreises Esslingen
2010 „Intonation“, Symposium, Deidesheim
2012 Lehrauftrag für Bildhauerei, Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen
2013 Preisträgerin des 7. Förderpreises „Figurativ/Skulptur in Keramik“, Nassauische Sparkasse, Wiesbaden
2016 Symposium Terra Arte, Alte Ziegelei, Hundisburg

Ausstellungen

(Auswahl seit 2009) 



2016 Galerie Tobias Schrade, Ulm; Galerie Vera Lindbeck, Isernhagen; Galerie Klose, Essen
2015  Galerie Marianne Heller, Heidelberg; Bund freischaffender Bildhauer, Städtische Galerie, Kirchheim u.T.; Galerie Keim, Stuttgart; Galerie Cyprian Brenner, Schwäbisch Hall
2014 Nassauische Sparkasse, Wiesbaden; Stipendiaten des Landkreises Esslingen, The Municipal Gallery, Machon Hamayim Gallery, Givatayim, Israel; Galerie Friederike Zeit, Deidesheim; Kunstverein Nürtingen; Galerie Ulrich Gering, Frankfurt; Galerie Vera Lindbeck, Isernhagen
2013 Galerie für Gegenwartskunst Elfi Bohrer, Bonstetten CH; Galerie Ulrich Gering, Frankfurt; Galerie am Dom, Wetzlar; Galerie Vera Lindbeck, Isernhagen; Galerie Keim, Stuttgart; Cheongju International Craft Biennale, Korea; 7. Förderpreis der NASSAUISCHEN SPARKASSE 2013, Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen; Galerie Artlantis, Stuttgart
2012 Galerie Marianne Heller, Heidelberg; Städtische Galerie, Kirchheim u. T. 
2011 pro arte kunststiftung, Ulm, Bremer Kunstfrühling; Galerie Bollhorst, Freiburg; Galerie Vera Lindbeck, Isernhagen 
2010 Galerie Tobias Schrade, Ulm; Galerie Anna-Maria Burger, München; Galerie Keim, Stuttgart; 15. Galerientage im Mannheimer Kunstverein; Galerie Roland Aphold, Allschwil / Basel
2009 Galerie Keim, Stuttgart; Galerie Roland Aphold, Allschwil/Basel; Sonja Steinberger Galerien, Weikersheim; Galerie Vera Lindbeck, Isernhagen; "Westerwaldpreis 2009 – Keramik Europas", Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen; Kasino Galerie, Höhr-Grenzhausen

Silvia Siemes

Kunstmessen

2016 ART Innsbruck; ART Karlsruhe
2015 ART Innsbruck; Kunst Messe Frankfurt; ART Karlsruhe; ART.FAIR Köln; Kunst15 Zürich; Affordable Art Fair, Hamburg
2014 Realisme14 Amsterdam; ART Innsbruck; ART Karlsruhe; ART.FAIR Köln; Kunst14 Zürich
2013 Realisme13 Amsterdam; ART Innsbruck; ART Karlsruhe; ANTIQUE & KUNSTSALON Hannover; C.A.R. Contemporary Art Ruhr; Kunst13 Zürich; ART.FAIR Köln
2012 ART Innsbruck; ART Karlsruhe; EUNIQUE arts & crafts, Karlsruhe; C.A.R. Contemporary Art Ruhr; Kunst12 Zürich
2011 ART Innsbruck; KUNSTMESSE Düsseldorf; ART Karlsruhe; EUNIQUE arts & crafts, Karlsruhe; ANTIQUE & KUNSTSALON Hannover; Kunst11 Zürich
2010 ART Innsbruck; ANTIQUE & KUNSTMESSE Düsseldorf; ART Karlsruhe; ANTIQUE & KUNSTSALON Hannover; ART Bodensee; Kunst10 Zürich
2009 ART Innsbruck; ANTIQUE & KUNSTMESSE Düsseldorf; ANTIQUE & KUNSTSALON Hannover; ART Bodensee; BRNO ART FAIR - Neue Kunstmesse Brünn

Silvia Siemes 


Dr. Walter H. Lokau, Bremen, über die Arbeiten von Silvia Siemes

Inter-esse
Die abbildende Darstellung der Figur bleibt von einer Aura des sinnträchtig Besonderen umgeben. Was so bedachtsam, schöpferisch gebildet, das muss etwas bedeuten. Kunst tat immer dies: Bedeuten. Doch der Sinn von Darstellung in der Kunst kann heute nicht mehr die ablesbare Repräsentation gegebener oder vorausgesetzter Bedeutung sein.

Dass figürliche Plastik in dieser Hinsicht zeitgenössisch-gegenwärtig zu sein vermag, zeigen die Arbeiten der Bildhauerin Silvia Siemes: Indem sie alle Eindeutigkeit mühelos abweisen, wird ihr Wesen ein eigentümlich schönes, hochästhetisches Zwischen-Sein, innehaltendes Inter-esse. Ein gelindes Maß feinfühliger, materialer Unschärfe bestimmt die Darstellung, macht sie ambivalent in sich. Indem das vermeintliche Abbild sich als Darstellung offenkundig preisgibt, den Riss als materiell Bezeichnendes und ideell Bezeichnetes gar nicht erst zu schließen sucht, setzt die Darstellung ihren Status als Abbild aufs Spiel. Die Referenz behauptet nicht einfach sich, sie lockert, wird gleichsam flüchtig, rückt ab, je näher man tritt je mehr. Die Figuren entfalten ein stilles Spiel aus Differenzen, und sie tun dies auf allen Ebenen, inhaltlich, formal, ja stofflich.



Michael Gompf über die Arbeiten von Silvia Siemes

Silvia Siemes entwickelt eine Formensprache die wenig fragile, aber dennoch feinsinnige, oft lebensgroße, in sich ruhende Figuren aus Keramik hervorbringt. Die engobierte Oberfläche, die eine matte Farbigkeit bewirkt, weckt Assoziationen an Malerei, was für den Nuancenreichtum ihrer Charaktere mit fundierend ist. Jede ihrer Figuren hält den Betrachter auf Distance und zieht ihn gleichwohl an. Dies gelingt ihr durch die Balance aus typisierter Körperlichkeit und individualisiertem Gesichtsausdruck. Die Protagonisten pendeln zwischen Fragen der Identität und gehen auf in der Spannung zwischen Gegenstands- und Kunstrealität. Gleichzeitig lässt die bedingungslose Hingabe ihrer Figuren, keinen Zweifel am Sinnhaften ihres Tuns, ihrer Existenz aufkommen. Einem Ethnologen gleich ist man versucht, aus dieser Sinnvermutung auf einen übergeordneten sozialen Code zu schließen. 
Eine überindividualisierte Gesellschaft bedient sich eines zwar unübersichtlich großen, aber für Alle gleich verfügbaren Pools an Zeichen und Gesten, um eben diese Individualisierung zu erreichen. Dennoch entsteht der paradoxe Eindruck von Gleichartigkeit bei größtmöglicher Anstrengung zur Unterscheidung. Hiervon erzählen die Plastiken von Silvia Siemes nicht plakativ, aber unabweisbar.