// Künstler:

Annegret Hoch

Ei-Tempera auf Nessel - Annegret Hoch

Annegret Hoch
Biografie

  • 1969 in Cham/Oberpfalz geboren
  • 1992 Auslandsaufenthalt an der "Ecole des Beaux Arts", Clermont-Ferrand, Frankreich
  • 1993-99 Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München, Meisterschülerin bei Prof. Jerry Zeniuk
  • 1996 Auslandsaufenthalt an der "Accademia di Brera", Mailand, Italien
  • 2000 DiplomImmatrikulation am Chelsea College of Art and Design, London
  • 2001 "Master of Arts"
  • 2003 Aufenthalt am "Virginia Center for the Creative Arts", USA» zu den Arbeiten von Annegret Hoch

Ausstellungen

  • 2011 Galerie Tobias Schrade, Ulm 
  • (mit Siegfried Kreitner)
  • 2010 “SUN IN MY MOUTH”, 
  • Heidi Cho Gallery, New York
  • 2009 „Maß nehmend“ (mit Siegfried Kreitner), Kunstverein Kirchzarten
  • „Treffpunkt Kunst“, bauverein Darmstadt
  • „Auf dem Weg“, e.on Bayern, Regensburg
  • „Continuing…“ Performance mit Patricia Weiss, Tanz, exZKMax (Maximiliansforum), München
  • 2008 “Auf dem Weg”, e.on Bayern, Regensburg
  • „Der linke und der rechte Winkel“, 
  • (mit Siegfried Kreitner), Cordonhaus Cham
  • „Musterungen“, OSRAM Gallery, München
  • 2007 „zusammen räumen“ (mit Siegfried Kreitner), Kunstverein Landshut
  • „weiter“, Galerie Claus Semerak, München
  • Galerie Halle II, Alter Schlachthof, Straubing
  • Kahnweilerhaus Rockenhausen
  • 2006 „Kunst bei der Regierung“, Regierung der Oberpfalz, Regensburg
  • „Kunst im Abgeordnetenbüro“, Abgeordnetenhaus des Landtags Mainz
  • Galerie Klatovy/ Klenova (mit Siegfried Kreitner), Tschechische Republik
  • „zusammen räumen“ (mit Siegfried Kreitner), 
  • Wilhelm-Hack Museum, Ludwigshafen
  • 2005 „Bilder von der Rolle“, Museum Moderner Kunst Stiftung Wörlen Passau
  • 2004 „zusammen räumen“, Galerie Royal 
  • (mit Siegfried Kreitner), München
  • Galerie Tobias Schrade (mit Siegfried Kreitner), Ulm
  • 2003 Galerie Katia Rid (mit Siegfried Kreitner), München
  •  
  •  
  • Ausstellungsbeteilligungen (Auswahl
     
  • 2009 „Aus Wasser entstanden – Aquarelle“, Sparkassenzentrale Regensburg
  • „Malerei ist immer abstrakt“, Gegenwartskunst aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne, 
  • Glaspalast Augsburg
  • 2008 "Bayerische Kunstförderpreis 2007", 
  • Galerie der Künstler, München
  • "Farbpracht" ("mit Alexandra Deutsch, Esther Zellmer), Kunstverein Ebersberg
  • 2007 „x-tra“, Galerie Claus Semerak, München
  • „neu kombiniert“, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
  • 2006/7 „Neuerwerbungen“, 
  • Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
  • 2006 „voneinsaufzweiaufdrei“ (mit Ester Zellmer, Silvia Ried), Kulturwerstatt Haus 10. Fürstenfeldbruck
  • 2005 „Universal Painting“, Kunstmuseum Guangdong Kanton, Hubei Art Institute Wuhan,
  • Duolun Museum Shanghai, white space gallery Peking, China
  • “Furth”, Künstlerhaus Schwandorf
  • “munich school?”, Neuer Kunstverein Aschaffenburg
  • “munich school?”, Museum Katharinenhof, Kranenburg
  • „In der neuen Mitte Europas“, (mit Helmut Sturm, Michael Rittstein, Pavel Roucka, Stuart Diamond,
  • Peter Wayne Lewis) Kunstprojekt Eschlkam 2005
  • 2004 „Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 2004“, Saarbrücken, Trier und Ludwigshafen
  • „6 x 1“, Galerie Katia Rid, München
  • Jahresgaben, Kunstverein München
  • 2003 „Kunstpreis Junger Westen 2003“, Recklinghausen
  • 2001 „DADADA“, Ausstellung der DAAD-Stipendiaten im Rahmen der Deptford X, London
  • 2000 „Arti visive 3 - l´occhio in ascolto“, Sala della grida, Genua
Annegret Hoch

Sammlungen

  • Hypo-Kulturstiftung 
  • München Bayerische Staatsgemäldesammlung
  • Artothek München
  • Commerzbank (ehem.Schmidt-Bank), Furth i. Wald
  • BMW AG München
  • Activest Investmentgesellschaft, München 
  • Landratsamt Cham Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
  • Künstlerhaus Schwandorf (Kebbel Villa)
  • Kunstmuseum Guangdong, Kanton, China

Preise
Auszeichnungen

  • 2008 Teilnahme am Programm ISCP (International Studio and Curatorial Program), New York
  • 2008 USA-Stipendium des Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
  • 2007 Bayerischer Kunstförderpreis 2007
  • 2006 Aufenthalt im Künstlerhaus Schloss Plüschow, Mecklenburg
  • 2004 Förderung durch die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung Kahnweilerpreis für Malerei
  • 2003 Aufenthalt am „Virginia Center for the Creative Arts“, USA
  • 2000 DAAD-Jahresstipendium für London
  • 1992 Neumüller-Stipendium der Stadt Regensburg

Kunst am Bau

  • „Schichtwechsel“ (mit Siegfried Kreitner), Institut für Schicht- und Oberflächenanalytik (Technische Universität), Kaiserslautern, 2008
  • „Farbpracht“, Wandmalerei für den Erweiterungsbau des FOS/BOS Cham (Direktauftrag), 2009
  • „Übersprung“, Wandmalerei für den bauverein darmstadt, 2010
  • Schloss Neudrossenfeld, 2010
  • „TWIST!.“, Kindergarten mit Jugendtreff An der Schäferwiese, QUIVID, Landeshauptstadt München, 2010

"zusammen räumen"

Peter T. Lenhart über die Arbeiten von Annegret Hoch
 
Annegret Hochs Beitrag zu "zusammen räumen" ist eine Arbeit aus ihrer Serie von Rollenbildern: auf die Rückseite von Tapetenrollen sind nichtgegenständliche Reihen von farbigen Strichen gemalt, zumeist rechts- oder linksbündig angeordnet, in unterschiedlicher Verdichtung und Strichdicke, und rhythmisch wechselnder Intensität.
 
Diese Bilder hängen üblicherweise an der Wand, rollen sich aber am Boden stets noch ein Stück in den Raum hinein, das Muster auf der Tapetenvorderseite ist also an den nicht abgerollten Enden am Boden noch zu erkennen. Diese Muster, als tragikomische Reminiszenzen an noch gar nicht so lange überholte Gebrauchsästhetiken und Geschmäcker, bilden einen spannungsreichen und witzigen Gegensatz zur ehrwürdigen Form des "Rollenbilds", wie man es aus der traditionellen chinesischen Kunst oder - in Form illuminierter Rotuli - aus der Spätantike kennt.
 
Die klaren, leuchtenden Ei-Tempera- und Acrylfarben ihrer Rollenbilder wirken wie ein in Barcode übersetztes Glücksversprechen oder wie die Notation zu einer dionysischen Melodie, die den Raum erfüllt.
 
Den aus dem Zweidimensionalen der Malerei ins Dreidimensionale der Skulptur hinausgreifenden Charakter, den ihre Rollenbilder auch bisher schon besaßen, hat Hoch in ihrer Arbeit für die Galerie Royal nun konsequent weiterentwickelt: indem das bemalte Band hier nicht nur von der Wand über einen Teil des Bodens sich erstreckt - sondern gleich den ganzen Raum umspannt. Wie eine Bauchbinde zieht sich eine Bahn bemalter Tapete von der Wand über den Boden, über die gegenüberliegende Wand, in eine Fensterlaibung, über das Fenster, zur Decke um schließlich am Anfangspunkt den Kreis zu schließen. Es ist eine Doppelfigur aus Einhegung und anschmiegender Verstärkung, die farbige Bahn folgt in den kleinsten Details dem Verlauf des Raumes, vollzieht exakt die Konturen der Fensterbank, des Fensterrahmens, der Laibung nach, schiebt sich genau unter der Lampenfassung durch. Sie reagiert zum Teil noch in in ihrer Oberfläche auf die Gegebenheiten, etwa wenn genau am Fenster die Intensität und Dichte der Bemalung nachläßt; oder die Front des Fensterbrettes weitgehend unbemalt bleibt.
Am Fenster nimmt die farbige Bahn auch Beziehungen mit dem Außerhalb des Raumes auf: zum einen ist von außen - und nur von außen - zu sehen, was der Malgrund eigentlich ist: im Anblick eines blaugrundigen floralen Dekorationswahnsinns gibt das Material sein Geheimnis preis. Zum anderen, indem dort immer wieder, und je nach Standpunkt des Betrachters, einzelne Stellen durch von außen einfallendes und durchscheinendes Licht akzentuiert werden.
 
Erstaunlich ist aber vor allem, wie eine einzige bemalte Bahn den gesamten Raum verändert. Die Dynamik, Rhythmik und Farbigkeit der Malerei läßt den restlichen Raum umso weißer und neutraler erscheinen. Von der Eingangsseite des großen Raumes betrachtet, gewissermaßen durch den Rahmen, den der Wandvorsprung und dessen Fortsetzung an der Decke bilden, erscheint der Raum in zweierlei Hinsicht verändert. Er erfährt zum einen eine erhebliche Dynamisierung, entwickelt einen eigentümlichen optischen Sog in seine Tiefe, der sich offensichtlich den unzähligen, unterschiedlich langen Strichen verdankt, die die Richtung des Raums verstärken - etwa wie die kleinen Striche, mit denen in Comics Geschwindigkeit angedeutet wird.
Zum anderen bekommt der Raum in dieser Perspektive eine seltsam künstliche Qualität. Die Verstärkung der perspektivischen Linien und das einförmige Weißer-als-Weiß der Wände und Decke und das einförmige Grauer-als-Grau des Bodens, auf dem ein mehr-als-dreidimensionales Objekt steht, rücken den von Hoch und Kreitner gestalteten Raum in die Richtung von simulierten Architekturmodellen, entrücken ihn in Richtung eines lediglich gedachten Idealraumes. Ein phantastischer Raum, in dem die phantastische, science-fiction-hafte Qualität von Kreitners Skulptur gut aufgehoben scheint.
 
Indem übrigens Hochs bemalte Tapetenbahn hier erstmals tatsächlich mit Kleister auf den Untergrund tapeziert wird, kommt zum einen der Malgrund gewissermaßen zu sich selbst zurück; zum anderen bekommt die Arbeit eine starke Aura des lediglich Temporären, des Einmaligen; die Entfernung der Arbeit aus der Galerie nach Ausstellungsende wird nur um den barbarischen Preis ihrer Zerstörung zu haben sein. Dieser Umstand setzt neben dem starken Bezug der Arbeit auf den Raum auch das Moment der Zeitlichkeit ins Recht.
Auf die Tatsache, daß Zeit und Raum unter Umständen Bewegung ergeben, weist dann die Arbeit von Siegfried Kreitner. Aber angelegt ist diese Richtung schon in Hochs Arbeit selber, die ja nicht nur im übertragenen Sinne "dynamisch" oder "bewegt" ist, sondern im ganz wörtlichen Sinne Bewegung erzeugt, wenn der Betrachter mehr als bei gewöhnlichen Bildformaten den Blick aktiv schweifen lassen muß, um das Ganze in den Blick zu bekommen. (Man könnte sogar vermuten, daß die Ähnlichkeit des Formats mit chinesischem Rollenbild und Schriftrolle, vielleicht auch entfernter mit dem Comic-Strip, bei vielen Betrachtern den Versuch einer linearen "Lektüre" nahezulegen vermöchte.)
 
Raum, Zeit Bewegung - und Farbe - sind auch die Elemente von Siegfried Kreitners minimalkinetischer Skulptur. Die Seiten der etwas über mannshohen Stele auf quadratischer Grundfläche bilden zahlreiche, gleich große rechteckige Scheiben aus verschiedenfarbigem Plexiglas, teils älter, teils neu - auch sie also Fundstücke aus verschiedenen archäologischen Schichten des jüngeren und jüngsten Zeitgeschmacks.
Die zehn Segmente der Stele bewegen sich, öffnen und schließen sich fortwährend in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, in der Mitte eher langsam und nach oben und unten hin dagegen zunehmend schneller, beinah hektisch; die Gestalt und Ausdehnung der Skulptur ändert sich also fortwährend und jeder Moment im Ablauf der Zeit wird als ein einzigartiger fühlbar. Die Grenzen zwischen Objekt und Raum sind ständig fließend, oder besser: flatternd, was aus der Entfernung betrachtet Unruhe erzeugen mag; aus der Nähe jedoch, wenn sich in den Scheiben die Striche und Farben von Hochs Malerei spiegeln und gegeneinander schieben, wenn Lichtreflexe aus dem Raum oder von außerhalb widerscheinen, dann kann die Betrachtung auch eine gewisse, ja, meditative Ruhe zeitigen.
Dieses chaotisch und regellos anmutende "Flattern" der Skulptur steht in einem wirkungsvollen Kontrast zur großen Überlegtheit, Sorgfalt und Präzision der Konstruktion. Theoretisch ebenso stark, und von subtiler Ironie, wäre der Gegensatz, den die Stele zum karg-rustikalen Ambiente der Räume der Galerie Royal bildet - wenn eben nicht der Raum durch die Arbeiten von Hoch und Kreitner selbst so seltsam unwirklich geworden wäre.
 
Innerhalb der Reihe von Kreitners minimalkinetischen Skulpturen, Stelen, Säulen, Quader, Würfel, nimmt sein Beitrag zu "zusammen räumen" eine Ausnahmestellung ein - vielleicht ist hier auch eine qualitativ neue Stufe erreicht worden. Denn nicht nur unterscheidet sie sich in Material und Farbigkeit von der kühlen Welt aus Aluminium, Neonlicht und klarem Plexiglas, deren Erbe und Fortentwicklung sie ist. Vor allem kann ich mich keiner Arbeit entsinnen, die derartig schnelle und weitreichende Bewegungen geboten hätte. Die stille Würde, die in sich selbst ruhende Abgeschlossenheit, die seine Arbeiten bisher kennzeichnete, ist hier einer spielerischen Farb- und Bewegungsfreude gewichen, die (wie gesagt) tendenziell die Grenzen zu ihrer Umwelt verschwimmen läßt und sich höchst offen und kommunikativ verhält. In ihren starken Farben, ihrem Streifenmuster, und selbst in der Länge der Plexiglasplatten bezieht sie sich direkt auf Hochs Bildrolle, wird also Teil eines Ganzen, einer Anordnung, einer Situation, die über sie hinausgeht.
Von daher ist die Verortung von Kreitners Kunst im Bereich der konkreten Kunst, die verschiedentlich vorgenommen wurde, hier sicherlich nicht vollkommen zutreffend - und gerade diese neueste Arbeit macht deutlich, daß diese Zuordnung vielleicht nie so wirklich stimmig gewesen ist.
Natürlich eignet den Arbeiten etwas gewissermaßen "Objektives", tritt der von Max Bill so verachtete "Selbstausdruck" des Künstlers zurück, besitzen die Materialien einen Eigenwert ebenso wie die Gliederungen und Ordnungen; und schließlich stellen die Arbeiten zunächst "nichts dar" - haben also das Prinzip der Außenreferentialität verlassen (wie es Theo van Doesburg 1930 im "Manifest der konkreten Kunst" gefordert hatte, in Abgrenzung zur abstrakten Kunst).
Aber diese Vorstellung hatte ihre Rechnung stets ohne den Betrachter gemacht - vielleicht schon bei Doesburg und Bill selber, ganz sicher aber im Falle Kreitners. Es erscheint mir bezeichnend, daß Wolfgang Ulrich viel Raum darauf verwendet hat, über Kreitners Objekte als Möglichkeiten nicht-anthropomorpher, vielleicht außerirdischer Lebens-, Körper- und Bewegungsformen zu spekulieren:
"Welche Assoziationen zu Lebewesen der Betrachter - und Beobachter - der Skulpturen Siegfried Kreitners auch immer haben mag, er wird sie als angenehme Zeitgenossen empfinden. Nicht aggressiv oder martialisch, sondern friedlich und vielleicht sogar witzig. [...] Dass der Bewegungsradius der einzelnen Skulpturen jeweils beschränkt ist, trägt im Übrigen ebenfalls dazu bei, dass man sie für gutartig hält und ihnen keine bedrohliche Geste zutraut."
 
Die Arbeiten Kreitners verweisen also auf mehr als nur auf sich selbst - sie setzen zumindest die narrative, referentielle Mechanik im Kopf des Betrachters in Gang. Und indem sie stets auch einen mehr oder weniger deutlichen Blick in ihr präzise gearbeitetes und raffiniert berechnetes Innenleben und ihre Funktionsweise erlauben geben sie nicht nur Hinweise auf ihre Gemachtheit, bei der das Handwerkliche einen Eigenwert bekommt, den es in der konkreten Kunst eigentlich nicht geben dürfte - Wolfgang Ulrich spricht sogar von einer "Erotik des Professionellen". Nein, diese offensive Offenlegung und Sichtbarmachung der Wirkungszusammenhänge belohnt nicht nur die kundige "Entdeckernatur mit einem Erfolgserlebnis" (Thomas Thümmel), sondern läßt sich auch als ein Hinweis auf den Urheber der Skulpturen lesen und dessen Vorleben im Maschinenbau; eine Form von biographischem "Selbstausdruck" also doch, und sicher auch ein Distinktionsmerkmal - der Ausdruck vom "pictor doctus" meint hier ausnahmsweise nicht so sehr den nur geisteswissenschaftlich über die Maßen gebildeten Künstler, sondern den auch mit den physikalisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen der Welt vertrauten.
Aber diese Einblicke in ihr Funktionieren, und in die Exaktheit der Ausführung, haben auch mit der narrativ-suggestiven Kraft der Skulpturen zu tun: der im Rahmen moderner Zweckrationalität sozialisierte Betrachter wird kaum umhin können, sich zu einem so aufwendigen, eben professionellen Mechanismus - eben auch eine Profession vorzustellen, also einen Zweck, der über die Bewegung als Eigenwert hinausgeht. Ein so aufwendiger Mechanismus muß doch zu etwas dienen! Aber wozu? Vielleicht um nicht nur die Elemente der Skulptur, sondern vor allem das Denken in Bewegung zu bringen.
 
So oder so, es sind jedenfalls friedliche Zwecke, oder friedliche Wesen, wie Wolfgang Ulrich festgestellt hat. Mit Annegret Hochs Malerei kommuniziert Kreitners Arbeit in jedenfalls in denkbar freundlichster Übereinstimmung - und zwar so intensiv, daß die beiden Eingriffe in den Raum durchaus auch als eine einzige Arbeit gelesen werden können. "zusammen räumen" - ein "Raum zusammen".