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Marina Sailer

Mischtechnik auf Leinwand - Marina Sailer

Marina Sailer
Biografie

  • geboren in Witebsk, Weißrussland
  • 2000 – 2001 Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg, Prof. Pia Fries
  • 2001 – 2007 Kunstakademie Düsseldorf, Prof. G. Merz, Prof. A. R. Penck, Prof. Tal R.
  • 2004 Meisterschülerin bei Prof. A. R. Penck
  • 2005 – 2006 Assistentin bei Prof. Tal R.
  • 2007 Akademiebrief bei Prof. Tal R.
  • lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Ausstellungen

  • 2018 Marina Sailer § Silvia Siemes, Art Galerie 7, Köln
  • 2017 Jenseits des Aufgeräumten 2.0, Galerie Z Stuttgart

  • Herbert Weisenburger Kunst Stiftung (K)
  • Marina Sailer & Silvia Siemes, Galerie Klose, Essen (K)
  • 
Marina Sailer & Silvia Siemes, Galerie am Dom, Artherb, Wetzlar (K)
  • 
Phantasy meets reality, mit Gerald Maroder, Galerie Hegemann, München
  • 2016 Kunstverein Jülich
  • 2015 Behind the Mirror, Art Galerie 7, Köln
  • 2014 Erleuchtung, Galerie im Venet-Haus, Neu-Ulm
  • Tell me the Story, Zentrum der Zeitgenössischen Kunst
    Winzavod, Moskau
  • 2013 Kunstverein Aurich
  • Nah liegende Ferne, BKG, Wuppertal
  • Das Lichthaus, Christian Marx Galerie, Düsseldorf
  • Im Licht, Gesellschaft für Bildende Kunst, Trier
  • 2012 Sybille Mang Galerie, Lindau
  • Kunstverein Soest
  • Zwischen Traum und Wirklichkeit, Art Galerie 7, Köln
  • 2011 ComeBack, Kunstmuseum der Stadt Witebsk
  • Kunstverein Coburg
  • Weltauge, Christian Marx Galerie, Düsseldorf (K)
  • Galerie Richter & Masset, München
  • 2010 Back from, Christian Marx Galerie, Düsseldorf
  • 2009 Galerie Chapter 1, Kitzbühel
  • The Room behind, Christian Marx Galerie, Düsseldorf (K)
  • 2008 Galerie Richter & Masset, München (K)
  • 2007 Auf der ewigen Reise, Galerie Ars Avendi, Krefeld (K)
  • 2006 Galerie T40, Düsseldorf
  • 2005 Kunsthaus Mettmann
  • 2004 Kunstforum Kulturkreis Radevormwald
  • 2003 Galerie im Kinderspielhaus, Düsseldorf

Ausstellungsbeteiligungen

  • 2018 Kölner Liste discovery art fair, mit Galerie Klose
  • 
Art Nordic, Kopenhagen, mit Galerie Klose

  • Jour Fixe, Steinberger Galerien, Langenargen

  • Faraway, so close, Galerie Maurer, Frankfurt

  • Contemporary Art Ruhr Essen, mit Galerie Klose
  • 
Luxembourg Art Week, mit Galerie Schortgen
  • 
Affordable Art Fair Hamburg, mit Steinberger Galerien
  • 
Art Bodensee Dornbirn, mit Galerie Z
  • 2017 C.A.R. Contemporary Art Ruhr, Essen, mit Galerie Klose

  • Art Bodensee, Dornbirn, mit Galerie Z
  • 
Affordable Art Fair, Hamburg, mit Galerie Klose

  • Art Karlsruhe mit Art Galerie 7

  • Das kleine Format, Art Galerie 7,Köln

  • Saisonauftakt, Steinberger Galerien, Langenargen, Weikersheim

  • Tischleindeckdich, Galerie Z, Stuttgart

  • Sightzeichen 7, Galerie Klose, Essen
  • 2016 Weibsbilder 16, Galerie Klose, Essen
  • Saison Auftakt, Haus am See, Steinberger Galerien
  • Sommernachtstraum, mit Franziska Stünkel, Art Galerie 7, Köln
  • von Fraunberg art gallery, mit Alpay Efe, Düsseldorf
  • Art Fair, Köln
  • 2015 IdentitätsMetamorphosen, Stadtmuseum Düsseldorf
  • Art Karlsruhe, Kunstmesse
  • Art Fair, Köln
  • 2014 Saison-Auftakt, Steinberger Galerien, Weikersheim
  • Weibsbilder, Galerie Klose, Essen
  • Kontraste, Kunstverein Frechen
  • Blaue Reiterin, Frauenmuseum Bonn
  • 2013 Art Karlsruhe, Kunstmesse
  • Art Fair, Köln
  • Schatten im Licht, Art Galerie 7, Köln
  • Salon der Gegenwart, Hamburg
  • Steinberger Galerien, Weikersheim
  • 2012 Swab Art Fair, Barcelona
  • Art Fair, Köln
  • Nomaden, Christian Marx Galerie, Düsseldorf
  • Auf der ewigen Reise, E-ON, Düsseldorf (K)
  • 2011 Art Fair, Köln
  • Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Soest
  • Slick, Kunstmesse, Paris
  • 2010 Sitz, Fördergemeinschaft Junger Kunst, Bad Honnef (K)
  • von fraunberg art gallerie, Düsseldorf
  • Contemporary Art Ruhr, Kunstmesse, Essen
  • 2009 Zeitgenössischer Barock, Joerg Heitsch Galerie, München (K)
  • Scope Basel, Kunstmesse, Basel
  • Butterfly Effect, Christian Marx Galerie, Düsseldorf (K)
  • 2008 Galerie Arteversum, Düsseldorf (K)
  • Afternoon of a Düsseldorf Faun, Galerie Andreas Brüning, Düsseldorf
  • Berliner Kunstsalon, Kunstmesse, One-Artist-Show
  • 2007 Kunsthalle Koblenz
  • Berliner Liste, Kunstmesse, Berlin
  • 2006 Art Karlsruhe, Kunstmesse
  • Internationale Grafikbiennale Weiße Nächte 2006, Sankt Petersburg (K)
  • Art and the City, Kunsthalle Koblenz
  • 2005 Farben der Zauberinnen, Kunsthalle Mintrop 20, Düsseldorf
  • All about Düsseldorf, WhiteBOX, München (K)
  • Traum, Hoffnung, Wirklichkeit, Galerie Acht P., Bonn
  • Eine Woche junge Kunst, Köln (K)
  • Art Fair, Köln
  • 2004 Internationale Grafikbiennale – Weiße Nächte, Sankt Petersburg (K)

Preise
Auszeichnungen

  • 2003 – 2004 Kunststipendium Hedwig und Robert Samuel-Stiftung
  • 2003 Kunststipendium Schneider-Stiftung
  • 2004 Preis bei der Internationalen Grafikbiennale Weiße Nächte
  • 2006 – 2007 Kunststipendium Rotary-Stiftung
  • 2010 Atelierstipendium der Stadt Düsseldorf in Israel, Künstlerdorf Ein Hod

Helmut Kesberg, Köln

 
Die Malerei von Marina Sailer schwelgt in kräftigen, aber modulierten und nuancierten Farben, mit denen sie ihre neobarocken, phantastischen Rauminszenierungen gestaltet. Vor funkelnden Kronleuchtern, spiegelndem Glas, üppigen Rankenmustern schweben in morbiden Palästen Fische, Schmetterlinge oder auch Elfenwesen wie in Träumen vorbei. Die märchenhaft mysteriösen Bilder entfalten eine Sogwirkung, der man sich als Betrachter gerne hingibt.
 
Die in Witebsk (Weißrussland) geborene, nach Studium in Karlsruhe und Düsseldorf in Düsseldorf lebende Künstlerin bringt auf ihren Bildern Wesen und Gegenstände in skurrilen Kombinationen zusammen. Unser Gehirn ist unter Hochdruck damit beschäftigt, dieses Zusammentreffen scheinbar unzusammentreffender Objekte rational zu erklären. Fische schwimmen dort zwischen Wasserpflanzen inmitten eines Innenraums mit dem historischen Interieur des 19. Jahrhunderts, in dem sich Äffchen tummeln und durch den mädchenhafte Feengestalten schweben, halbtransparent, so dass man sie für Traumgestalten halten könnte. Daneben bevölkern Tauben, Schwäne und verschiedene exotische Vögel, Katzen, Schmetterlinge und Möpse ihre Bilder. Ihre Innenräume sind angefüllt mit Postermöbeln, Stühlen, Betten, Kissen, üppigen floralen Stoffen, Teppichen, Kleiderständern, Lampen, Treppenhäusern mit reich verzierten Geländern.
 
Reales, das unseren Erwartungen nicht zuwiderläuft, und Fiktionales werden miteinander verknüpft zu einem heterogenen, gleichwohl harmonisch verbundenen Konglomerat. Inmitten dieses plüschigen Interieurs räkelt sich eine zarte Frauengestalt auf einem Sessel, wie eine modere Variante von Gainsboroughs Porträts vor dem versammelten Besitz. In mehreren Bildern wendet sich die Malerin Landschaftsszenen zu. Wie durch eine magische Kraft werden wir in die Naturszenerie hineingezogen. Die suggestive Wirkung wird unterstützt durch die Rückenfiguren, ein typisch romantisches Motiv. Meist sind es junge Mädchen, die sich, wiederum allein, offenbar im Wald verirrt haben, auch dies ein romantisches Literaturmotiv, und vor einem Weg oder einer Lichtung innehalten und sich wie die Betrachter von einem magischen Licht bezaubern lassen. Sowohl die Interieurbilder wie auch die geheimnisvollen Landschaften nehmen uns gefangen mit ihren Lichteffekten, einem flirrenden Licht, mit Glanzpunkten auf Kronleuchterkristallen, auf Seifenblasen und zwischen Waldesgeäst. Die Bilder versetzen uns mit den von ihnen erzählten rätselhaften Geschichten in eine geheimnisvolle Stimmung, Bilder, die aus ganz subjektiven Erinnerungen, Erlebnissen, Erfahrungen und Träumen leben. Vergeblich sucht man nach den konventionellen Symbolen der Malerei, bis man sich mit der Vorstellung einer individuellen, undechiffrierbaren Hermetik abfindet. Die Bilder scheinen für die Künstlerin Phantasiereisen zu sein, in denen sie ihre Freiheitsvorstellungen auslebt. Sie leben aus der Emotionalität der Künstlerin heraus. Aus Bruchstücken ihrer eigenen Erinnerung, ihrer Gedankenwelt und ihrer Phantasie erschafft sie wie auf einer Bühne eine phantastische Wirklichkeit. Mit Recht hat man ihre Malerei auf die frühromantische Kunsttheorie bezogen, etwa auf das Novalis-Fragment: „In unserem Gemüt ist alles auf die eigenste, gefälligste und lebendigste Weise verknüpft. Die fremdesten Dinge kommen durch Einen Ort, Eine Zeit, Eine seltsame Ähnlichkeit, einen Irrtum, irgend einen Zufall zusammen. So entstehen wunderliche Einheiten und eigentümliche Verknüpfungen.“ Wie die Frühromantiker erkennt auch Marina Sailer der Phantasie und Intuition die Macht zu, uns den „geheimnisvollen Weg nach Innen“ (Novalis, Blütenstaub-Fragmente) zu führen.
 
Jenseits der abgebildeten Realität erfreut uns auch ihre Malweise. Marina Sailer beherrscht alle Register der effektvollen Illusionsmalerei. Da gibt es sehr realistische, genau gemalte Einzelheiten, wie z.B. ihr Selbstporträt in „Pariser Zeit“, fein gemalte grau-braun-violette Verläufe, im gleichen Bild aber auch harte Farb- und Helligkeitskontraste und Lineaturen in einem neongrellen Türkisgrün, wie modern kalkulierte Störungen. Wir finden impressionistisch anmutende Farbtupfer und luminaristische Lichtflecken, die in unserer Wahrnehmung zu einem flirrenden Waldblumengewoge verschmelzen. Wie Sternenstaub sprüht sie eine Wolke von Glanzlichtern über den Luftraum des großbürgerlichen Salons. Womöglich konnte Marina Sailer an den früheren Ideen von Schlegel, Schiller, Novalis orientiert sein, die den Künstler und den Dichter mit der magischen Fähigkeiten begabt sahen, uns als Betrachter auf den Weg nach Innen zu führen. In Marina Sailers Bildern können heutige Betrachter erleben, wie eine romantische Kunstauffassung mit der Moderne verknüpft werden kann.