Endy Hupperich

Biografie

1967 geboren in Kaufbeuren
1990-1997 Akademie der bildenden Künste,
bei Prof. Helmut Sturm
1997-1998 Meisterschüler
1998 Diplom
1993-1996 Assistent bei Prof. Karl Imhof, Werkstatt für
Lithographie, Akademie der bildenden Künste, München
1996-1998 Assistent bei Prof. Helmut Sturm, Akademie der bildenden Künste, München
2000-2001 Calle México / Reisestipendium unterstützt durch D.P. München und den DAAD
2002-2003 Gastprofessor an der Escuela Nacional de Artes Plásticas-La Esmeralda, Mexico Stadt
2003 Preis für Bildende Kunst der Stadt Kaufbeuren
2008 Projektstipendium der Gisela und
Erwin von Steiner Stiftung, München
2008-2010 Atelierförderprogramm der Regierung
von Oberbayern, München
2008 1. Preis des Kunst am Bau Wettbewerbes der Landeshauptstadt München, Grundschule am Amphionpark München, Realisierung Herbst 2010
seit 2008 Assistent an der Akademie der Bildenden Künste München, Prof. Markus Oehlen
lebt und arbeitet in München und Mexiko Stadt


» Blick in die Ausstellung 2010


» zu den Arbeiten von Endy Hupperich


Einzelausstellungen (Auswahl)

 
1994 Instituto cultural Peruano-Alemán, Arequipa / Perú
1994/95/97/98 Galerie Klaus Lea, München
1997 Galerie Terbrueggen, Heidelberg
2001 calle méxico, Galerie Marie-Jose Van de Loo, München; junge Kunst für junge Sammler, Galerie Tobias Schrade, Berlin
2002 oferta, Galerie Brennecke, Berlin;
colaboraciones, Galerie Huber+Goueffon, München;
narices cortas–chismes muchos–chiles secos–mentiras brillosas, mit Susana Guerrero, Galería Punto y Linea, Oaxaca, Mexiko
2003 coffein, mit D. Kojo Schrade, Kunstverein Heidenheim; Cordonhaus, Cham; gib´s mir! Galerie Tobias Schrade, Ulm
2004 Galerie Klüser 2, München; 8+8, La Gloria, Mexico D.F. Mexiko; Zucker, Kunstverein Niebüll
2005 heroina, Galerie Brennecke, Berlin 
2006 paraiso, Galerie Klüser, München; geld macht reich, Galerie Tobias Schrade, Ulm
2009 albumtotal, Galerie Marie-José Van de Loo, München; Entre Parentésis, Museo de Arte Contemporaneo de Oaxaca MACO, Mexiko; 
Der katholische Faktor, Städtische Galerie „Leerer Beutel“, Regensburg; ornamental dreams, Kunstarkaden der Stadt München 
2010 Palermorockacha, la Gloria Mexiko Stadt; Palermo rock´n cha, Galerie RFA, Bielefeld; Sommerausstellung, Galerie Ralf Lake, Oldenburg; Munich contempo
mit Galerie van de Loo, München;
Lass locken porr favorr, Galerie Tobias Schrade, Ulm




Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

 
1990-2000 Galerie Ecke, Augsburg; Galerie Klaus Lea, München
1995 Galerie Verein für Originalradierung München; Städtische Galerie am Rathaus, Kronach; cash you, Akademiegalerie München; Galerie IG-Metall, Berlin
1996 Galerie IG-Metall, Frankfurt / Main; negro-blanco, rojo-verde, fuerte-suave, Bariloche / Argentina; Internationaler Senefelderpreis 1996 Offenbach / Main
MAN Roland, Mühlheim; Galerie Verein für Originalradierung München
1997  Saxa Loquuntur II, D.P. Druck- und Publikations GMBH, München; Galerie Verein für Originalradierung München; AXA-, Köln
1998 Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München; Städtische Galerie am Rathaus, Kronach; Sturmflut, Galerie Helmut Leger, München; Galerie am Domhof Zwickau
1999 Friedrich Ebert Stiftung, Bonn; Jahresgaben, Kunstverein, München; neue Publikationen, 1999, D.P. GMBH München; fett auf mager, Pasinger Fabrik, München; 13. Nationale der Zeichnung, Augsburg; Galerie Tobias Schrade, Berlin; Gruppe 4, Galerie Schloss Mochental, Ehingen
2000 Jahresgaben, Kunstverein, München; Gelb, Otto-Galería, München; Galerie im Woferlhof, Kötzting; horror vacui – amor vacui, Galerie Verein für Originalradierung München; Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München
2001 Kunstpreis Schwaben, Augsburg; ...danke, Galerie der Kuenstler BBK, München; calle México, Galerie Verein fuer Originalradierung, München; Städtische Galerie am Rathaus, Kronach; Galerie Brennecke, Berlin; Artothek, München; Jahresgaben, Kunstverein, München; Open-End, Galerie Huber + Goueffon, München
2002  Ansturm, Kunstverein Gauting; KUNST KOELN 2002, Köln; Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München; Galerie Noah, Augsburg; ojo, Atelier Miguel Castro Leñero, Mexiko Stadt  Mexiko;  fuera de registro, Oaxaca,  Mexiko
2003 Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München; Dialoge, Kunst und Diakonie, Wehr; Bilder gegen den Krieg, Galerie Tobias Schrade, Ullm
2004 Galerie Klaus Lea, München; Palacio Postal, México D.F., Mexiko; Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München; Meisterstücke, Kreissparkasse Augsburg; Art Basel, Schweiz
2005 Art Karlsruhe mit Galerie Tobias Schrade und Galerie Klaus Brennecke; Bayerische Künstler, Kunsthalle Tallinn, Estland; paraiso Galeria Edgar Neville, Alfalfar, Valencia Spanien; private heros Galerie Brennecke, Berlin; Datscha Bethlehem, München; 2. Subterraneale, München; XIV Deutsche Internationale Grafik-Trienale
2005 Frechen, Kunstverein Frechen
2007 vistazo, Museum Carrillo Gil, Mexiko Stadt, Mexiko; slickaphonics, mixküche München
2008 morning glory, BUG, Bangkok University Gallery, Thailand; in jeder Sprache heißt das Gleiche anders, Dina4 Projekte, Berlin; 12 im Focus, Städtische Galerie Rosenheim; "Don´t leave your marks behind you!, Museo MACAY, Meridá, México


Werke in Sammlungen und Institutionen


Grafische Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Berlin • Sammlung BMW, München • Telekom Deutschland • LfA Förderbank  Bayern, München • Bayerische Rückversicherungs AG • Hypo-Vereinsbank  München • AXA-Nordstern  Versicherungen, Köln • Heidelberger Druckmaschinen AG, Heidelberg •  Städtische Gemäldesammlung München •  Sammlung Nancy und Ed Kienholz, Berlin • Bayerische Staatsgemäldesammlung München •  Museo de Arte Contemporaneo de Oaxaca (MACO) Mexiko • Instituto de Artes Gráficas de Oaxaca (IAGO), Oaxaca, Mexiko

Endy Hupperich
Endy Hupperich



"Geld macht reich"

Jochen Meister über die Arbeiten von Endy Hupperich

Zweierlei bieten uns die Bilder von Endy Hupperich gleich beim ersten Hinsehen. Da ist eine wilde, bewegte Ölmalerei – und da sind Motive aus Bereichen der menschlichen Zivilisation, die wir üblicherweise als trivial bezeichnen und die uns zumeist klischeehaft bekannt vorkommen.Die abgebildeten Dinge, meistens Figuren, sind aus dem Alltag gegriffen, und zwar aus seinen populären, pittoresken Zonen. Jeder kennt die Figürchen "made in China" die als Blechspielzeug weniger Kinder als erwachsene Sammler ansprechen. Aber auch die Holzfigur eines Räuchermännchens ist vertreten: "made in Germany". Daß weniger die Figuren selbst als vielmehr ihre Wiedergabe auf der jeweiligen Verpackung als Vorlage gedient hat, verstärkt einen comichaften Effekt, der sich mit der Wiedergabe "echter" Comic-Motive bei anderen Bildern trifft. Meistens sind die Figuren im für die Werbeabbildung bevorzugten Dreiviertelprofil gezeigt und füllen die großen Bildformate - werden also in einem absurden Gegensatz zu ihrer kleinen Spielzeugexistenz monumentalisiert.Eine Doppelbödigkeit zur Kritik, eine inhaltliche Deutung liegt den Bildern fern, nicht jedoch eine gute Portion Humor. Letzteren besitzen auch die lakonisch kommentierenden Bildtitel wie "Picante", wo ein deftiger Comicausschnitt "nur für Erwachsene" auf die skurrile Invasion der Außerirdischen trifft - ein fröhliches Beisammensein visueller Klischees, das funktioniert, ohne Doktor Freudbemühen zu müssen. Denn der Inhalt der Bilder ist ein malerischer. Aus einer Vielzahl gefundener Klischees arbeitet der Maler an einem ausgesuchten Motiv oder wie im letzten Fall an einer Kombination. Das ist nicht unbedingt ein Fall von motivischer Beliebigkeit, es ist eher die Art eines Sammlers, der sich momentan für diese und jene Stücke seiner Sammlung interessiert, sie dreht und wendet und betrachtet. Endy ist so ein Sammler.
Er sammelt Motive, die ihn auf unbeschreibliche, undefinierbare Art ansprechen. Und dann unterzieht er sie einem langen Prozeß: der Malerei.Noch während der Akademiezeit begann er, seine gestische Malerei mit Begriffen von Wörtern anzureichern. Noch ohne Gegenstand, erhielten die Gemälde trotzdem eine gegenständliche Komponente, die eine neue Sichtweise auf vorgeblich abstrakte Malerei bedingte. Der erlebte Kulturmix in Mexico forderte schließlich einen ähnlichen Formen-und Farbenreichtum in der malerischen Arbeit heraus, der sich nicht mehr der Welt der einfach-starken Alltagsbilder verschließen wollte. Nicht analytisch, sondern aus purer Lust am eigenen künstlerischen Vollzug des Klischees entstehen die Gemälde.Die bewegte Malerei, ihre Farbflächen, pastosen Übermalungen und dynamischen Verschwingungen trifft auf die Zeichnung, das Grafische, was dem trivialen Klischee meist zueigen ist. Ein Kontrast läßt sich in dieser Weise zuspitzen, aber auch abmildern-je nach Motiv " Star and Stripes" setzt einen Puppenkopf über helle Streifen, die das Bild durchziehen, und konfrontiert ihn mit einer Übermalung. Die Fronten zwischen Grafischem und Malerischem brechen so auf, verwischen sich. Bei den Bildhintergründen ergibt sich eine Verbindung zwischen der Welt der Werbegrafik mit raumlosen, flächigen Farbmustern und der abstrakten Malerei der Klassischen Moderne, die den altmeisterlichen perspektivischen Bildraum durch Farbflächen ersetzen.Wie bei der Pop Art trifft sich Kunst ( in Form des klassischen Bildes für die Wand) mit trivialen populären Motiven, wobei die Gestaltung den "Coolen" Prinzipien der Pop Art durch ihre expressive Form entgegenläuft. Muß man sich heute jedoch noch die Frage nach inhaltlicher Wertigkeit der Motive stellen, die eigentlich eine Frage des 19. Jahrhunderts ist und beispielsweise von einem Maler wie Manet im Grunde überwunden wurde? Die Inhalte seiner Gemälde - für die Zeitgenossen trivial, ja schockierend - verknüpfen sich mit klassischer Komposition und hervorragender Malerei. Genau das ist der Kern, der Zauber und für Manche die Provokation: es geht tatsächlich um Malerei. Und der stärkste malerische Reiz kann manchmal von einer bunten Spielzeugschachtel kommen.